SCHLEGELMULCHER - BÖSCHUNGSMULCHER

für TRAKTOR mit Dreipunkt KAT 1 + KAT 2 Anlenkung bis 220cm Arbeitsbreite für Front- und Heckanbau.

für ATV / UTV  und PKW mit 15PS Benzinmotor und E-Starter

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Schlegelmulcher Schlegelmäher


Ein Mulcher, Mähmulcher, Mulchgerät oder je nach Ausführungsart Schlegelmulcher Schlegelmähwerk, Seitenmulcher Frontmulcher Heckmulcher Böschungsmulcher oder Sichelmulcher genannt, ist eine Maschine zum Mähen und gleichzeitigen Zerkleinern des Mähgutes.
Der Haupteinsatzzweck der Mulcher ist die Pflege von Brachflächen und die Landschaftspflege.

Einsatzbereiche

Kommunen verwenden Mulcher vorwiegend zur Pflege der Grünstreifen entlang der Straßen oder von anderen ungenutzten Grünflächen.
In der Landwirtschaft werden Schlegelmäher zur Pflege von Brachflächen genutzt. Wesentlich wichtiger ist aber die Zerkleinerung von Gründüngungspflanzen (Zwischenfrucht), die anschließend z.B. von Bodenfräsen in den Boden eingearbeitet werden und so zur Verbesserung des Humusgehaltes des Bodens führen.
Die Forstwirtschaft nutzt Schlegelmulcher zur Freihaltung von Grünflächen oder zur Nutzbarmachung von Flächen, die vorher mit Gehölzen bestockt waren.
Baumschulen, Obstbau und Weinbau nutzen Schelgelmähwerke zum Freihalten der Bewirtschaftungsgassen zwischen den Pflanzreihen der Obstbäume, Obssträucher, Tannenbäume oder Weinreben, da der Bewuchs dort nicht mehr mit Unkrautvernichtungsmitteln niedrig gehalten werden soll.
Eine wichtige Aufgabe für Schlegelmulcher ist auch die Zerkleinerung des jährlichen Astrückschnitts der Nutzpflanzen der oft automatisiert erfolgt. Aus Kostengründen wird der Rückschnitt des Gehölzes nicht mehr eingesammelt und soll dann zusammen mit dem Gras zerkleinert werden.

 

Ausführungsarten


Mulcher werden meistens über den Zapfwellenantrieb eines Traktors oder Unimogs angetrieben und sind als Front- oder Heckanbaugerät konstruiert. Alternativ dazu gibt es auch hydraulisch angetriebene Mähwerke mit oft kleinerer Arbeitsbreite, die an einem hydraulisch steuerbaren Ausleger montiert sind. Mulcher für den Frontanbau unterstützen zusätzlich zur Standard-Zapfwellengeschwindigkeit von 540 U/min auch noch 1000 U/min.

Schlegelmulcher haben entweder eine feste Arbeitsposition am Traktor, wobei der Mulcher in der Regel seitlich über das rechte hintere Rad des Traktors hinausragt, damit das randbündige Mähen erleichtert wird. Alternativ dazu können Mulcher mit einem hydraulischen Verschub die Position hinter dem Traktor auch während der Fahrt ändern. Dies macht das Arbeiten an Hindernissen wie Bäumen, Sträuchern oder Zäunen einfacher. Seitenmulcher oder Böschungsmulcher werden an einem hydraulisch gesteuerten Arm geführt und können Gräben und Böschungen rechts neben dem Traktor in einem Winkel von -60° bis + 90° ausmähen und eignen sich somit sogar auch zum Heckenrückschnitt.

Es gibt auch motorgetriebene Schlegelmulcher, die von einem oft geländegängigen Zugfahrzeug gezogen werden. Hier sind entweder sehr kleine Flächen oder schwierig gelegene Hanglagen ebenso Hauptanwendungsgebiet, wie sehr feuchte Böden die von Traktoren wegen ihres hohen Gewichts nicht ganzjährig befahrbar sind.
In den letzten Jahren immer häufig zu sehen, ist die Anwendung von motorgetriebenen Schlegelmulchern bei Solar-Parks auf Feldern, wo es besonders an den Aussenrändern der Anlage darum geht, noch sonnenbeschienene Grünflächen zu mähen, damit diese von unten nicht gegen die Solarpanele wachsen, was deren Energieausbeute schmälern würde. Wegen der sensiblen Technik sind große Traktoren und deren Anbaugeräte häufig nicht geeignet, da die Solarpanele zu dicht über dem Boden positioniert sind.

Durch die besondere Bauart von Schlegelmulchern ergibt sich auch bei hohem, verfilztem Gras ein sauberes Schnittbild. Das Schnittgut wird bei richtigem Einsatz des Schlegelmähers so stark zerkleinert, daß dieses anschließend nicht aufgesammelt zu werden braucht, da es sehr rasch verrottet und gleichzeitig Licht und Luft an die darunter liegende Wiese lässt, so daß diese ohne Beeinträchtigung weiter wachsen kann.

Es gibt zwei Grundbauarten von Mulchmähern: Kreisel- oder Sichelmulcher und die deutlich gebräuchlicheren Schlegelmulcher.
Beim Sichelmulcher zerkleinern schnell rotierende waagerechte Messer das Gras. Hier führen jedoch Gegenstände wie Äste, Steine oder Baumstümpfe fast immer zu starken Schäden am Gerät, da sich der gesamte Antrieb konstruktionsbedingt auf Höhe der Messer befindet.

Bei den deutlich robusteren Schlegelmulchern treibt der Traktor über ein Übersetzungsgetriebe eine sich schnell entgegengesetzt der Fahrtrichtung drehende Rotorwelle an. Die Welle dreht sich dabei mit 2000 bis 2300 U/min. Auf dieser Rotorwelle sind beweglich befestigte massive Hammerschlegel montiert, die je nach Ausführung des Schlegelmulchers zwischen 320gr und 1500gr wiegen können. Die Hammerschlegel schlagen jede Art von Bewuchs an der eingestellten Mähhöhe ab und zerkleinern das Material im Inneren des Schelgelmulchers in kürzester Zeit, woran auch gezackte, auswechselbare Gegenschneiden einen wesentlichen Anteil haben. Während der Arbeit stehen die Schlegel in Ihrer vollen Länge von der sich drehenden Rotorwelle ab, so daß sich diese Rotorwelle in ca. 15 bis 20cm Abstand vom Boden befindet. Dadurch wird vermieden, dass diese Welle mit Fremdgegenständen in der Wiese in Kontakt kommen kann. Der Kraftbedarf eines Schlegelmulchers ist mit 12 bis 18 kW pro Meter Arbeitsbreite im Vergleich zu anderen Mähmaschinen recht hoch. Sehr vorteilhaft ist jedoch, dass ein Schlegelmulcher auch Äste und kleine Holzstücke mitverarbeiten kann und Steine keine Schäden an der Maschine hervorrufen. Kommen entsprechende Spezialschlegel zum Einsatz, können sogar Äste bis 40mm Durchmesser zerkleinert werden, was im Obst- und Weinbau eine häufige Anwendung ist.